Das DNE im Überblick

Das „Diagnostisch-therapeutische Netzwerk Extremismus (DNE)“ unterstützt die Arbeit der Familienberatungsstelle HAYAT und der Bundesinitiative EXIT-Deutschland sowie deren Kooperationspartner im bundesweiten Netzwerk. Dabei arbeitet das DNE nach einem Konsiliar-Modell, welches 2015 zunächst erprobt wird.

Die DNE-Mitarbeiter kooperieren eng mit HAYAT und EXIT, indem sie regelmäßig an Teambesprechungen teilnehmen, die Kollegen beim Fallverstehen und der Interventionsplanung unterstützen und telefonisch oder per E-Mail schnell ansprechbar sind. So können sich die Fallbetreuer bei dringenden Fragen mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten rückkoppeln. Auch eine psychologische Mitbetreuung von Familien oder ausstiegswilligen Klienten ist im Bedarfsfall vorgesehen.

Das DNE soll als Netzwerk in den nächsten Jahren schrittweise aufgebaut und erweitert werden. Es ist absehbar, dass neben psycho- und familientherapeutischen Kooperationen auch suchttherapeutische, sozialpsychiatrische oder gruppentherapeutische Kompetenzen relevant werden könnten. Dies hängt von den Fallkonstellationen ab, die auf das DNE zukommen werden.

Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass wir fallbezogen lokale Ansprechpartner in anderen Bundesländern suchen werden. Wir möchten einerseits Ansprechpartner für eine konsiliarische Mitwirkung gewinnen. Andererseits erhoffen wir uns, Ansprechpartner zu finden, zu denen wir bei gegebener Indikation und Motivation KlientInnen für eine therapeutische Behandlung im Rahmen des GKV-Systems übermitteln können.

Ein für das DNE wichtiges Ziel ist es, beispielhafte Kooperationen zu erproben – auch für die Arbeit mit KlientInnen, die komplexe Probleme mitbringen. Wir hoffen, aus diesen Kooperationserfahrungen mit der Zeit Modelle zu entwickeln, die der Nachhaltigkeit von Deradikalisierung und Ausstieg dienlich sind, und Versorgungspfade zu erkennen, die übertragbar sind.

So kann dann im Laufe der Zeit eine Kooperations- und Netzwerkstruktur entstehen, die sowohl den KlientInnen wie auch dem Projektanliegen nützt. Im Rahmen des Erfahrungsaustausches werden Beispiele guter Praxis dokumentiert und der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.



Das Diagnostisch-Therapeutisches Netzwerk Extremismus wird als Modellprojekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Das Diagnostisch-Therapeutisches Netzwerk Extremismus ist ein Projekt der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur